Leidenschaft macht Kinder gut, und man weckt sie durch Emotionen.

Wenn wir in etwas wirklich gut werden wollen, müssen wir es mehrere tausend Stunden üben. Um das zu schaffen, brauchen wir Leidenschaft, und die beginnt mit guten Gefühlen.

Alle Eltern möchten, dass ihre Kinder in der Schule gute Leistungen erbringen und in einem Bereich etwas gut können, der sie interessiert. Das bildet eine solide Grundlage, um das Leben als Erwachsener meistern zu können. Aber wie entwickeln Kinder die nötige Ausdauer, um sich über längere Zeit mit einer Sportart, einem Instrument oder einem Fachgebiet zu befassen?

Leidenschaft ermöglicht Ausdauer

– Wenn man etwas gut können will, muss man gezielte Übungen und viele Wiederholungen aushalten, sagt Professor Hermundur Sigmundsson vom Institut für Psychologie an der NTNU in Trondheim, Norwegen. Es ist auch wichtig, dass das Kind Mut und eine positive Einstellung hat, damit es in schwierigen Situationen nicht aufgibt. Und diese Eigenschaften werden von Leidenschaft und Interesse genährt.

Wie entwickelt man Leidenschaft und Interesse?

– Indem man einen inneren Funken entzündet, eine innere Motivation, sagt Sigmundsson.

Es geht also um Gefühle. Gefühle, die denen ähneln, die Sie möglicherweise hatten, als Sie den Film über das Tintenmännchen sahen. Was würde passieren, wenn Sie dieses Experiment in einer Naturwissenschaftsstunde selbst durchführen würden? Die Chance ist groß, dass Sie Spaß dabei haben und interessiert sind, wenn der Lehrer anschließend Fragen stellt. Warum löst sich das Tintenmännchen nicht im Wasser auf?  Und was bedeutet es, dass etwas wasserlöslich ist?

Neugierde wecken

So schafft die Forskerfabrikken positive Emotionen, während die Kinder etwas lernen. Wir regen die Sinne an, überraschen und machen Kinder neugierig. Dann vertiefen wir uns in ein Fachgebiet und stellen das Erlebte in einen größeren Zusammenhang. Und wir tun es zusammen mit anderen Menschen, nicht indem wir das Kind alleine vor einen Bildschirm setzen. Wir glauben, dass es von großem Wert ist, positive und echte Erfahrungen mit anderen Menschen zu teilen. Erfahrung festigen sich, wenn wir darüber sprechen können. Gleichzeitig entwickeln wir soziale Kompetenzen.

Seit der Gründung der Forskerfabrikken im Jahr 2002 hatten wir bereits über 100.000 Kinder bei uns in Kursen. Gleichzeitig sind unsere pädagogischen Spiele, wie unser Weihnachtskalender mit Experimenten, ein großer Erfolg. In beiden Fällen entstehen in einer sozialen Gemeinschaft positive Erfahrungen in Bezug auf Naturwissenschaften und Mathematik. In den Kursen erkunden die Kinder Neues mit anderen gemeinsam, und unsere pädagogischen Spiele beschäftigen Erwachsene und Kinder gleichermaßen.  

Die Forskerfabrikken wirkt nachhaltig

Aber wirken sich diese Erfahrungen nachhaltig auf das Interesse an der Naturwissenschaft aus? Um eine Antwort auf diese Frage zu erhalten, haben wir diejenigen dreimal befragt, die unsere Kurse vor 10 Jahren besucht haben und die mittlerweile erwachsen geworden sind. Die Ergebnisse sind jedes mal dieselben. Ganze 90 % erinnern sich an die Kurse als motivierend und unterhaltsam. Und 55 % interessieren sich immer noch sehr für die Wissenschaft.

Die aufregendste Antwort, die wir in diesen drei Umfragen erhalten, ist jedoch jene auf die Frage nach der jeweiligen Berufswahl. Fast 20 % geben an, dass die Kurse, die sie in der Forskerfabrikken besucht haben, wichtig für ihre Entscheidung waren, sich als Erwachsene naturwissenschaftlich weiterzubilden. Oder wie es eine befragte Person ausdrückte:

Ich studiere Ingenieurwesen. Ich denke, diese Entscheidung wurde durch die frühe Beschäftigung mit Experimenten und Forschungen im Kurs in der Forskerfabrikken beeinflusst. Begeisterte Kursleiter*innen, die Gelegenheit, meine eigenen Entdeckungen machen zu können und die Erklärungen, die wir erhalten haben, haben mir gezeigt, dass Forschung und Technologie Spaß machen.

Jetzt ist die Forschungsfabrik auf dem Weg in die Welt hinaus. 2017 haben wir begonnen, pädagogische Spiele an schwedische Familien zu verkaufen. Heuer haben wir zum ersten Mal eine Sommerschule in Schweden und Dänemark. Und diesen Herbst werden unsere pädagogischen Spiele und unser Weihnachtskalender in der gesamten EU auf Schwedisch, Dänisch und Deutsch erhältlich sein.

Quellen

  1. The passion scale: Aspects of reliability and validity of a new 8-item scale assessing passion, H Sigmunsson et al, New Ideas in Psychology, vol 56, jan 2020
  2. Hvem blir eksperter? (Who becomes experts?) H. Sigmundsson et al, Fagbokforlaget (2019)(in press)
  3. What is trained develops! Perspective on skill learning, H. Sigmundsson, et al, Sports, 5 (2017), p. 38.
  4. Students`emotions and academic engagement: Introduction to the special issue. Contemporary Educational Psychology, vol 36, p 1-2, 2011
  5. Student engagement with science in early adolescence: The contribution of enjoyment to students` continuing interest in learning about science. M Ainley et al, Contemporary Educational Psychology, vol 36, p 2-12, 2011

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